Christoph Püchel

Filter/Wah

Boss TW-1 Touch Wah

Boss Touch Wah TW-1

Das spannende am TW-1 ist, dass es ebenso wie ein Wah-Pedal mit einer Spule arbeitet. Ansonsten handelt es sich um einen normalen dynamischen Filter, der sehr fein auf die Anschlagsstärke eingestellt werden kann. Mittels eines Umschalters kann bestimmt werden, ob der Filter beim Anschlag auf oder zu geht. Ansonsten stellt man noch die Anschlagsempfindlichkeit und die Intensität des Peak ein, das war´s.
Im Gegensatz zum Nurse Quacky (s.u.) ist das Touch Wah subtiler und weicher im Sound. Es wirkt beim Spielen nicht so aufdringlich. Bei Rhythmuspassagen eignet sich dies ganz gut, aber beim Single-Note-Spiel fehlt dem TW-1 meiner Meinung nach dadurch ein wenig der Charakter und die Tiefe.

Jen Cry Baby

Jen Cry Baby

Das ist der authentische Wah-Sound der ersten Cry Babys und mein Lieblings-Wahpedal. Es wurde etwa Ende der 60er, Anfang der 70er von JEN in Italien gebaut. JEN war zu der Zeit auch Hersteller der baugleichen(!) VOX V846 Wahs. Allerdings haben diese Pedale einen etwas anderen Sound als die Clyde McCoy Modelle. Wer aber ein altes Vox haben mchte, kann es in Form eines JENs billiger bekommen.

Als reinrassiges italienisches Wah seiner Zeit hat dieses Cry Baby natrlich die alte rote Fasel Spule auf der Platine und ein berraschend leichtes Gehuse. Um den Bypassbetrieb klangneutral zu halten, wurde es mit einem True Bypass nachgerstet. Auerdem sind die alten Transistoren gegen rauschrmere Typen ausgetauscht und ein neues Poti eingesetzt worden. Aber solche zustzlichen Investitionen lohnen sich eigentlich immer bei solch alten Schtzchen. Und jetzt ist es ein extrem gut klingendes und zuverlssiges Gert!

Jim Dunlop Cry Baby 535

Jim Dunlop 535 Cry Baby

Da es die Thomas Organ Co. seinerzeit versumte, sich die Rechte an dem Namen Cry Baby schtzen zu lassen, durften auch andere Hersteller diese Bezeichnung nutzen. JEN produzierte fr Thomas in Italien, und so war es naheliegend, fr die eigenen Pedale ebenfalls diesen Namen verwenden. Aber auch Wahs anderer Hersteller trugen den Namen Cry Baby. Als Jim Dunlop Anfang der 80er die Herstellung von Wah Pedalen aufnahm, nannte er sie nicht nur ebenfalls Cry Baby, sondern holte das Versumnis von Thomas nach und lie sich diesen Namen schtzen, so dass heute nur Wahs von Dunlop diesen Namen tragen drfen.

Dieses Pedal ist ein Vertreter der modernen Cry Babys und deutlich flexibler. Es hat vier unterschiedliche Einstellungen (die aktuelle Version hat sogar sechs!), die den berstrichenen Frequenzbereich beeinflussen. So kann man einen sehr authentischen Cry Baby Sound einstellen, einen etwas weniger scharfen und mittigeren Sound whlen oder auch den des Jimi Hendrix Wahpedals bzw. einen Bass-Wah-Sound einstellen. Zustzlich ist es mit einem Booster ausgestattet, der eine maximale Verstrkung von 15db zulsst, allerding nur bei aktiviertem Wah. Es ist nicht ganz so schn vokalbetont im Klang, wie die beiden alten Cry Babys, hat aber durchaus seinen eigenen Charakter. Wie bei den heutigen Wahs blich, ist hier ein Eingangspuffer eingebaut, der allerdings im Gegensatz zum nromalen aktuellen Jim Dunlop Cry Baby vor dem Bypassschalter liegt. Also auch das eigentlich nicht bearbeitete Signal durchluft diese Pufferschaltung. Um die Qualitt dieses Puffers noch ein wenig zu steigern, habe ich die serienmigen OPs gegen hherwertige ausgetauscht und damit ist ein True Bypass wirklich nicht mehr ntig!

Thomas Cry Baby

Thomas Organ Cry Baby

Der Name Cry Baby wurde von der Thomas Organ Co. eingefhrt und ist geradezu ein Synonym fr Wahs geworden. Anfnglich wurde in Sepulveda, Californien produziert, spter dann in Chicago, Illinois, wo auch mein Thomas etwa Mitte der 70er hergestellt wurde. Man sagt, dass im Allgemeinen die Wahs aus Sepulveda die TDK Spule haben und die aus Chicago mit der Stack Of Dimes bestckt wurden. Aber es gibt auch Leute, die das genau andersherum sehen. Meins jedenfalls hat die Stack Of Dimes. Es sind auch Thomas Cry Babys aus dem JEN Werk in Italien bekannt, die baugleich mit den JEN Wahs sind, inklusive der roten Fasel Spule!

Das Thomas ist etwas weicher im Sound als das Jen Cry Baby und nicht ganz so aufdringlich, was sicherlich hauptschlich an der anderen Spule, einer sogenannten "Stack of Dimes" liegt, denn die eigentliche Schaltung ist praktisch identisch. Daher eignet es sich meiner Meinung nach besser fr strker verzerrte Solopassagen als fr funkige Rhythmusparts. Ich habe mal testweise eine von den neuen roten Fasel Spulen eingebaut, die von Jim Dunlop angeboten werden. Das Ergebnis ist ein deutlich schrferer Sound, der dem des Jen Cry Babys sehr nahe kommt. Auch dieses Wahpedal ist wegen eines fehlenden Eingangspuffers nachtrglich mit einer True Bypass-Schaltung ausgestattet worden.

Nurse Quacky

DIY Nurse Quacky

Das ursprngliche Vorbild ist der Envelope Filter Dr.Q von Electro Harmonix, der durch die Modifikationen von Jack Orman zu Dr.Quack wurde und schlielich durch die Ideen von Mark Hammer zu Nurse Quacky mutierte - Uff.

Und diese letzte Version habe habe ich dann eben gebaut. Ein einfaches und super klingendes Pedal, dass sehr schne Funky-Sounds und Vokallaute erzeugen kann. Mit den drei Reglern Range, Attack und Sens kann man die Reaktionsweise und den berstrichenen Frequenzbereich gut auf die eigene Spielweise bzw. Geschmack abstimmen. Melodielinien kommen sehr prgnant und durchsetzungfhig rber. Der Regelbereich ist jedoch so grozgig, dass man auch deutlich dezentere Sounds einstellen kann, um etwa Rhytmusspiel nur ein wenig zu "wrzen".