Christoph Püchel

Dies & Das

Boss SG-1 Slow Gear

Boss Slow Gear SG-1

Der SG-1 ist ein ziemlich seltenes Gerät, weil es seinerzeit nicht wirklich kein Renner war. Stratspieler brauchen es sowieso nicht, weil sie sehr bequem beim Spielen an das Volumenpoti kommen. Denn alles was der Slow Gear macht ist, dass er den Signalweg ähnlich wie bei einem Noise Gate schließt, solange kein Signal anliegt. Sobald man einen Ton spielt, öffnet der SG-1. Allerdings regelt er die Lautstärke langsam hoch, blendet den Ton also ein. Wie schnell dies geschehen soll, kann man über einen Attack-Regler einstellen. Wählt man hier die schnellste Einstellung, hat man praktisch die Funktion eines Noise Gates. Tatsächlich beruht die Schaltung des SG-1 auf dem ersten Noise Gate von Boss, dem NF-1. Man erhält also einen Schwellereffekt, der für sich genommen recht unspektakulär ist und mit dem man auch erst mal zu spielen lernen muss. Fügt man aber noch einen Kompressor davor und ein Delay danach hinzu, kann man recht erstaunliche Sound erzielen.

Da der SG-1 Slow Gear nicht sehr oft auf dem Gebrauchtmarkt erscheint, werden absolut lächerlich hohe Preise für ihn aufgerufen. Für einen praktizierenden Musiker ist der Kosten-Nutzenfaktor indiskutabel. Hier sind bestenfalls Sammler angesprochen. Ich sammel zwar auch ein wenig, hätte mir den SG-1 aber nie zugelegt, wenn ich ihn nicht für einen mehr als akzeptablen Preis, auch in Hinblick auf dessen musikalischen Nutzen, hätte kaufen können.

Boss FV-300L

Boss Volume Pedal FV-300L

Ein Pedal mit niedriger Impendanz ist eigentlich mehr für Keyboards als für Gitarren gedacht. Da es sich bei mir aber immer direkt vor dem Delay und damit mitten in der Effektkette befindet, ist es hier genau richtig. So entstehen beim Herunterreglen keine Höhenverluste, wie ich sie z.B. mit einem Ernie Ball Volumepedal hatte. Die Möglichkeit, an einer speziellen Ausgangsbuchse das Signal abzugreifen und zu einem Stimmgerät zu führen, ist ein praktisches Zusatzfeature.

Da ich es nicht nur zum Ein- und Ausschalten des Signals benutze, sondern vielmehr diverse Schwell- und Violinensounds damit erzeuge, ist es für mich tatsächlich mehr ein Effektgerät als nur ein Lautstärkeregler!

E-Bow

Ebow

Ist der Ebow ein Effekt? Sicher, aber eben einer, den man in der Hand hält!
Ok, dann könnte man vielleicht auch ein Slide als einen Effekt bezeichnen. Aber die Sounds und Spielweisen, die mit dem Ebow möglich sind, sind doch so anders und vielfältig, dass ich ihn hier aufführe.

Es erfordert schon ein wenig Übung und Experimentieren, um mit dem Ebow sicher umgehen zu können. Die normalerweise mit dem Ebow verbundenen endlos gehaltenen Töne sind nur eine Facette seines Potentials. Gerade in Verbindung mit Modulationseffekten und Delays ergeben sich Klänge, die nicht mehr viel mit dem üblichen Gitarrensound zu tun haben. Die bekannteren Songs, in denen ein Ebow zu hören ist, sind ohne Zweifel Love Hurts von Nazareth und Heroes von David Bowie. Allerdings werden hier die Möglichkeiten des Ebows längst nicht ausgeschöpft!

Korg Polytune

TC Electronic Polytune

Es handelt sich einfach um einen guter Tuner in Stomp Box Format. Der Polytune ist auch unter widrigen Umständen sehr gut ablesbar und lässt immer ein präzises Stimmen der Gitarre zu. Es ist möglich, alle Saiten leer anzuschlagen und auf einmal zu stimmen. Hierfür werden sechs LED-Waagen gleichzeitig angezeigt, anhand derer sich die Saiten stimmen lassen. Ich benutze diese Funktion allerdings so gut wie nie und stimme Saite für Saite nacheinander und einzeln. Da man zwischen diesen Funktionen jedoch nicht manuell irgend etwas umstellen muss, kann man beliebig zwischen den beiden Stimmarten hin und her wechseln. Der Bypass ist über ein Relais als True Bypass ausgelegt, was für mich aber nur eine untergeordnete Rolle spielt, da ich ihn direkt am Tuner Out der Volume Pedals betreibe, wo er auch immer aktiv ist, also auch während des Spielens.

Voodoo Lab Pedal Power2 +

Voodoo Lab Pedal Power2 Plus

Lohnt es sich eine Stromversorgung zum Preis von ein bis zwei Effekten zu kaufen? Ganz klar: Ja!

Bei der letzten Neukonzeptionierung von meinem Board entschied ich mich endlich auch für eine vernünftige Lösung bei der Stromversorgung. Und seit dem ist alles so einfach geworden. Nur noch ein Stecker für die Steckdose, alles sauber verkabelt und das beste: alles schön ruhig ohne Rauschen und Brummen. Tatsächlich war mein Board noch nie so leise. Das Voodo Lab Pedal Power2 Plus ist auf jeden Fall sein Geld wert. Ich habe keine Erfahrungen mit den entsprechenden Geräten anderer Hersteller, kann dieses Teil aber uneingeschränkt empfehlen. Einziger Nachteil: es nimmt schon ein wenig Platz auf dem Board weg, den man eigentlich auch gut für weitere Effekte nutzen könnte. Daher ist es nun bei meinem Board von Pedaltrain unterhalb der Effekte montiert.